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Sonett 114

Ob sich mein Geist, gekrönt von deinem Licht,
An Schmeichelei, dem Gift der Herrscher, labt?
Ob gar vielleicht mein Auge Wahrheit spricht,
Ob deine Huld es mit der Kunst begabt,

Die Ungeheuer und die schlimmsten Wesen
Zu Engeln, so wie du bist, zu gestalten,
Das Schlechteste zum Vollkommnen zu erlesen,
Sobald sie sich in seinem Strahl entfalten?

's ist Schmeichelei des Auges, wie gesagt,
Doch gleich dem König schlürft mein Geist den Trank;
Das Auge weiß genau, was ihm behagt,
Und würzt den Becher trefflich ihm zu Dank.

Und ist es Gift, so scheint die Sünde klein;
Das Auge liebt's und nimmt zuerst es ein.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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