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Der Gregorianische Kalender

Schon seit der römischen Kaiserzeit unter Julius Cäsar wurde das Jahr mit 365 Tagen gerechnet. Hinzu kam auch damals schon alle vier Jahre ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Tag.

Doch man hatte die tatsächliche Dauer eines Sonnenjahres falsch berechnet, so dass das julianische Jahr um 0,0078 Tage zu lang war.

Dadurch stellte sich die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche immer früher ein.
So betrug der Unterschied zwischen dem Julianischen Kalender und den Jahreszeiten im 16. Jahrhundert schon zehn Tage.

Das führte zur Ausarbeitung einer Kalenderreform, die durch Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 durchgeführt wurde.

So folgte dem 4. Oktober im Jahre 1582 der 15. Oktober, um diesen Unterschied von zehn Tagen zu korrigieren.

Abb


Die Regel für die Schaltjahre wurde so abgeändert, dass alle nicht durch 400 teilbaren vollen Jahrhundertjahre keine Schaltjahre sein sollten.

Die Jahre 1700, 1800, 1900 und 2100 wurden nun Normaljahre, während 1600 und 2000 Schaltjahre blieben.

Damit haben nun 400 Jahre insgesamt 146097 Tage, was eine mittlere Jahreslänge von 365,2425 Tagen ergibt.

Der nun noch vorhandene Fehler gegenüber der tatsächlichen Jahreslänge beträgt erst in über 3000 Jahren einen Tag.

Außerdem verfügte Papst Gregor XIII., dass der Gregorianische Kalender keine rückwirkende Gültigkeit erhalten solle.

Der neue Kalender wurde zu dem von Papst Gregor XIII. bestimmten Termin nur in den Ländern Spanien, Portugal und dem größten Teil Italiens eingeführt.

In den übrigen katholischen Ländern Europas wurde er 1583 und 1584 eingeführt.

Zunächst weigerten sich die protestantischen Länder Deutschlands, den neuen Kalender einzuführen und blieben noch bis etwa 1700 beim Julianischen Kalender.

Dann wurde ein so genannter "Verbesserte Kalender" eingeführt, der sich vom Gregorianischen Kalender durch die Berechnung des Osterfestes unterschied.

Erst seit den Jahre 1776 bestimmen in Deutschland evangelische und katholische Christen Ostern auf die gleiche Weise.

Als bisher letzter Staat übernahm die Türkei im Jahre 1926 den gregorianischen Kalender. Dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten.

Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, führte aber auch zu sehr seltsamen Tatsachen.

So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes (er war ein spanischer Schriftsteller, der vor allem aufgrund seines Werks "Don Quijote" berühmt war) am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat.

Auch die Feiern zum Geburtstag von George Washington wurden teilweise am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis es zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung kam.

Abb

Quelle:
Foto: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gregory_XIII.jpg
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Kalendergrafik: Copyright 2009 GSM Grundschulmaterial Verlagsgesellschaft mbH

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