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Sonett 121

's ist besser, schlecht zu sein, als schlecht zu scheinen,
Wenn beides gleichem Tadel doch verfällt,
Und uns ein Glück raubt, das nicht unserm reinen
Gefühl als schlecht gilt, doch dem Aug' der Welt.

Denn warum sollte voller Hochmut sehen
Der Heuchler Auge auf mein wildes Blut,
Warum, selbst schwach, nach meinen Schwächen spähen
Und das verwerfen, was ich hielt für gut?

Nein! Ich bin, was ich bin, und sie erheben,
Wenn sie mich tadeln, gegen sich den Stein;
Falsch ist das ihre, rein vielleicht mein Leben,
Ihr schnöder Sinn darf nicht mein Richter sein.

Es sei denn, dass die Menschheit insgesamt
Durch ihren Spruch als sündig wird verdammt.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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