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GORCH FOCK läuft Kurs in Richtung Heimathafen

GORCH FOCK (in See), 07.12.2005, Gunnar Lux (Offizieranwärter GORCH FOCK)

Am 5. November 2005 hieß es für die Offiziersanwärter der Crew VII/05 und gleichzeitig des 3. Törns der GORCH FOCK in Richtung Las Palmas aufzubrechen.

Rund 80 Offizieranwärter wurden mit Bussen zum Flughafen nach Köln/Bonn gebracht, um von dort aus mit einem Flugzeug der Luftwaffe zu den Kanarischen Inseln zu fliegen.



Segelvorausbildung 

Abb Von den Erzählungen der Vorgesetzten in Flensburg und Kameraden des 1. und 2. Törns wussten wir, dass das Leben auf der GORCH FOCK ein anderes sein würde als das alltägliche Schulleben an der Marineschule in Flensburg-Mürwik.

Starker Teamgeist und entschlossene Zusammenhalt waren gefordert und jeder konnte sich geistig darauf einstellen!

So waren wir alle aufgeregt, als wir am 6. November 2005 am Flughafen auf Gran Canaria von unseren zukünftigen Vorgesetzten bei angenehmen 25°C empfangen wurden.

Direkt am Flughafen wurden wir in Korporalschaften eingeteilt und erfuhren schon auf dem Weg zum Hafen, wie die folgenden Tage ablaufen würden.

Nach gut anderthalb Tagen der Administration und Einweisung in das Leben an Bord hieß es auch für uns zum ersten Mal Enter auf!.

Für viele war es ein mulmiges Gefühl in den Wanten (Taue zur seitlichen Abstützung der Masten, meist mit Webeleinen verknotet) aufzuentern (zu klettern) und manche mussten feststellen, dass sie mit der Höhe Probleme hatten.

Uns wurde jedoch gesagt, dass jene Gefühle schnell verschwinden, da nach mehrmaligem Üben Routine eintreten werde. Und so war es auch!

Am zweiten Tag traute man sich schon höher zu klettern und viele kamen mit einem verzauberten Blick und den Worten „Man hat dort oben das Gefühl, als würde man fliegen!“ zurück an Oberdeck. In den folgenden Tagen wurden uns die wichtigsten Manöver beigebracht, die man braucht, um ein Schiff solcher Größe sicher zu steuern.

Neben Halse- und Wende-Manövern lernten wir auch das Mann über Bord Manöver, die uns zeigten, dass hierbei Schnelligkeit, Konzentration und Teamgeist gefragt sind.

Ganz schnell wurde jedem von uns klar, dass die GORCH FOCK nicht allein segelbar ist, sondern ihre Besatzung Hand in Hand miteinander und besonders für einander arbeiten muss.

Täglich wurden die verschiedenen Manöver geübt. Unsere Vorgesetzten konnten nach gut 14 Tagen beruhigt feststellen, dass die Besatzung des 3.Törns Klar zum Auslaufen war und die GORCH FOCK ihre Reise nach Hause antreten konnte.

Nach zwei angenehmen Wochen in Las Palmas, bei gutem Wetter und sommerlichen Temperaturen, hieß es für die Besatzung Lebe wohl sagen und so machte sich die GORCH FOCK am 21. November 2005 auf den Weg nach Vigo in Spanien.

 

Die ersten Tage in See 

Kaum hatte die Bark den Hafen von Las Palmas verlassen, freute sich besonders die Stammbesatzung nach über drei Monaten Abwesenheit den Weg in Richtung Heimat angetreten zu haben.

Die Freude der 80 Lehrgangsteilnehmer lag vielmehr darin das erste Mal in See zu stechen, auch wenn einigen der Seegang zu schaffen machte, als die GORCH FOCK aus der Landabdeckung von Gran Canaria herausfuhr.

Die Ersten klagten über Übelkeit und allen wurde schnell klar, dass Seefahrt ein etwas körperlich forderndes und gleichzeitig auch anstrengendes Unterfangen sein kann.

Aber auch das gehört zu diesem Ausbildungsabschnitt, denn die GORCH FOCK hat neben der Tatsache, dass sie die Grundlagen für die Seefahrt vermittelt, auch das Ziel die Offizieranwärter auf das Leben an Bord und in See vorzubereiten. Unsere Ausbilder merken immer an, dass uns Seebeine wachsen sollen!

Wie schon der 1. und 2. Törn berichteten, waren auch wir in so genannte Segelwachen eingeteilt worden. Vier sind es an der Zahl und wir wechseln uns gegenseitig ab; man könnte es mit einem Schichtbetrieb vergleichen.

Neben der Segelwache finden natürlich auch andere Unterrichtseinheiten statt, wie Wetterkunde und Seemannschaft, die uns parallel zur praktischen Ausbildung näher gebracht werden.

Seit dem Auslaufen aus Las Palmas war jedoch das Wetter nicht so wie erhofft, und so kam es häufig vor, dass wir anstatt unter Segel nur unter Motor vorankamen.

Dennoch versuchten wir zu jedem möglichen Zeitpunkt Segel zu setzen, damit wir unserem Namen als Segelschulschiff voll und ganz gerecht wurden. Dadurch kamen die Offizieranwärter oft in den Genuss, die GORCH FOCK unter Segeln zu erleben.


Vigo in Sicht... 

Abb Nach einer Woche in See, die sowohl anstrengend als auch in vielen Bereichen beeindruckend war, freute sich die Besatzung darauf in Vigo einzulaufen, einer Hafenstadt in Nordspanien.

Am Abend des 29. November 2005 erreichten wir die Bucht von Vigound gingen dort auf unserem Ankerplatz auf Reede.

Schon da gefiel uns die Stadt sehr, da ihre Silhouette mit den vielen verschiedenen Lichtern ein schönes Bild bot.

Unser erster Eindruck sollte auch bestätigt werden und alle freuten sich am 1. Dezember abends von Bord gehen zu dürfen - zumindest diejenigen, die nicht am offiziellen Empfang an Bord beteiligt waren.

Die Innenstadt zeigte sich äußerst abwechslungsreich und teilweise sogar ein wenig exklusiv, sodass man wunderbar eine anstrengende Woche auf See ausklingen lassen konnte.

Der Freitag brachte einen weiteren Höhepunkt mit sich, da ein Ausflug nach Santiago de Compostela organisiert wurde.

Eine Pilgergruppe von knapp 50 Mann machte sich gegen 10:00 Uhr auf den Weg und erkundete die historische Stadt.

Im Voraus war einigen an Bord schon bekannt, dass zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns in Vigo befinden, ein Erstliga-Spiel zwischen zwei spanischen Vereinen stattfände.

Es spielte Celtis Vigo gegen Betis und mit ein wenig Glück auf unserer Seite konnte der deutsche Militärattaché genügend Freikarten organisieren, sodass jeder an Bord mitgehen konnte, der wollte.

So ging ein abwechslungsreiches Wochenende in der Hafenstadt Vigo zu Ende und alle waren froh, dass nun die letzte Passage unserer Reise in Richtung Kiel bevorstand.

Am Morgen des 5. Dezember war es dann endlich soweit und die GORCH FOCK stach erneut in See, um für 15 Tage unter Segeln in Richtung Heimathafen zu fahren.

 

Quelle:
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