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Sonett 146

Du Kern des sünd'gen Staubes, arme Seele,
Was nährst du der empörten Sinne Macht,
Dass innrer Mangel dich und Elend quäle,
In des dein Äußres strahlt in höchster Pracht?

Willst du für kurze Frist so reichen Glanz
Auf deinen unbeständ'gen Bau verwenden,
Damit der Wurm, der Erbe dieses Tands,
Die Pracht zernagt? Soll so dein Leib verenden?

Nein, Seele, lebe von des Knechtes Not,
Des Leibes Mangel schaffe dir Gedeihn,
Kauf ew'ges Anrecht für den Erdenkot,
Sei reich im Innern, arm an äußerm Schein.

Dann zehrst vom Tod du, der am Leben zehrt;
Kein Sterben droht, wenn er zu Grabe fährt.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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