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Die größte Blume im Pflanzenreich - Titanenwurz

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Die aus Sumatra stammende Titanenwurz (auch Titanwurz) ist eine der eindrucksvollsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt.

Sie gehört zu den Aronstabgewächsen (Araceae). Die Titanenwurz wurde im 19. Jahrhundert von dem Botaniker Odoardo Beccari (1843-1920) entdeckt.

Er beobachtete während einer Expedition im Jahre 1878 zunächst Blätter und eine fruchtende Pflanze und später auch ein blühendes Exemplar.

Odoardo Beccari schickte einige Knollen und Samen dieser Pflanze nach Florenz. Die Knollen gingen ein, doch einige wenige Samen keimten aus und wurden in einen botanischen Garten nach London geschickt.

Im Jahre 1889 gelangte eine Pflanze - 11 Jahre nach ihrer Entdeckung - zum ersten Mal außerhalb ihrer eigentlichen tropischen Heimat zur Blüte.

Die Pflanze hat eine unterirdische, bis 75 kg schwere Knolle, aus der ein einzelnes, bis 6 m hohes und beinahe ebenso breites, mehrfach gefiedertes Blatt austreibt.

Das Blatt bleibt 9 bis 24 Monate stehen und liefert, bevor es abstirbt, die Nährstoffe für eine neue, größere Knolle. In unregelmäßigen Abständen von mehreren Jahren wächst anstelle eines Laubblattes ein riesiger, bis über 3 m hoher und 1,50 m breiter Blütenstand.

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Dieser Blütenstand stellt im biologischen Sinne eine Blume dar, und zwar die größte im gesamten Pflanzenreich.

Den Rekord hält momentan die Titanenwurz, die in der Wilhelma, dem zoologischen und botanischen Garten in Stuttgart steht (Foto 2).

Ihr Blütenstand erreichte am 19. Oktober 2005 eine Höhe von 2,94 Meter und einen Umfang von 1,50 Meter.

Durch ihre Form, die dunkle braunpurpurne Farbe und ihren unangenehmen Aasgeruch imitiert die Blume einen verwesenden Tierkadaver und lockt damit kleine nachtaktive Insekten an.

Die Tiere kriechen über das trichterförmige Hochblatt oder die aufrechte Blütenstandsachse in das Innere der Blume hinab, um dort ihre Eier abzulegen.

Dabei übertragen sie den Pollen und bestäuben die Pflanzen. Die ausschlüpfenden Larven der Käfer müssen allerdings verhungern, da sich ihre Elterntiere von der Titanenwurz haben täuschen lassen.

Daher nennt man Blumen, die ihre Bestäuber nicht entlohnen auch Täuschblumen.


Auch der Fruchtstand kann eine Höhe von bis zu 2 Meter erreichen.

Der Titanenwurz ist in botanischen Gärten eher selten zu finden und weltweit haben seit der Entdeckung nur etwa 70 Pflanzen geblüht.

Die Kultur ist sehr kompliziert, da die riesige Knolle sehr empfindlich ist und leicht von Fadenwürmern befallen wird, die sie dann zerstören.

Die meisten Blütenstände entstanden bei den Pflanzen, deren Knollen direkt aus Indonesien eingeführt wurden. Doch in der Mehrzahl der Fälle starben diese Pflanzen nach der Blüte ab, weil die Knollen bereits mit Fadenwürmern befallen ankamen.

 

 

Quelle:
Foto 1: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:391px-Titan-arum1web.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

Foto 2: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Amorphophallus_Wilhelma.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Public_domain

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