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Christrose

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Die Christrose (Helleborus niger), die auch Schneerose oder Schwarze Nieswurz genannt wird, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Der griechische Name dieser Pflanze setzt sich zusammen aus „Helein“ für „töten“ und „bora“ für „Speise“, was darauf hinweist, dass der Verzehr tödlich wirken kann.

"Niger" weist auf die schwärzlichen Wurzeln hin.

Die Christrose erreicht eine Höhe von 10 bis 30 cm und gehört zu den wenigen Blütenpflanzen, die in Mitteleuropa schon sehr zeitig im Jahr (Februar bis April) erblühen.

Doch je nach Temperaturen und Schneelage kann die Blütezeit sehr unterschiedlich sein. So ist es auch durchaus möglich, dass schon im Dezember die ersten Blüten zu bewundern sind.

Die weißen oder rosa gefärbten Blüten, die bis zu 10 cm groß sein können, werden von 5 bleibenden Kelchblättern gebildet.

Ihre Blütenfarbe reicht von Grün, über Weiß, Rosa, Rot und bis zu Purpur. Diese Farbe nehmen sie beim Verblühen an.

Es gibt auch Sorten mit gesprenkelten und gepunkteten Blütenblättern.

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Eine besonders schöne Wirkung haben die Christrosen, wenn sie in Gruppen angepflanzt werden, da sich ihr Laub und ihre Blüten dann deutlich sichtbar von dem oft noch winterlichen Garten abheben.

Aus den bis zu acht unten zusammengewachsenen Fruchtknoten entwickeln sich flache Balgfrüchte mit zahlreichen Samen.

Wegen der sehr frühen Blütezeit ist eine Bestäubung durch Insekten nicht immer gesichert.

Die Christrose gleicht das dadurch aus, dass die Narben sehr lange befruchtet werden können und im ungünstigsten Fall auch in der Lage sind, den eigenen Pollen für eine Selbstbestäubung aufzunehmen.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Christrosen sind die östlichen Nord- und Südalpen.

Besonders häufig findet man sie in den Kalkalpen und im nördlichen Apennin.

Sie wächst besonders gut in lichten Gebirgswäldern mit nährstoffreichen Kalk- und Kreideböden und ist bis in eine Höhe von 1850 m anzutreffen.

Wegen ihrer frühen Blühzeit und ihrer auffälligen weißen Blüten war die Christrose schon im 16. Jahrhundert in den mitteleuropäischen Gärten zu finden.

 

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Diese frühe Einführung ist auch darauf zurückzuführen, dass die Pflanze in der Pflanzenheilkunde genutzt wurde. Im 19. Jahrhundert entstanden auch Zuchtsorten, die größere Blüten und einen reichlicheren Blütenansatz als die wilde Art hatten.

Bunte Sorten entstanden durch eine Kreuzung mit der in der Türkei beheimateten Orientalischen Nieswurz.

Die Christrose ist eine sehr dankbare Gartenpflanze. Windige Standorte und zu trockene oder staunasse Böden verträgt sie allerdings nicht so gut.

Aufgrund der sehr starken Giftigkeit wird die Christrose heute kaum noch als Heilpflanze genutzt.

Früher verwendete man sie für die Herstellung von Schnupftabak und zum Abführen, zur Herzanregung und Entwurmung.

Alle Pflanzenteile der Christrose sind giftig. Die Symptome sind Schwindel, Durchfall und Kollaps, außerdem wirkt sie haut- und schleimhautreizend.

Auch für Tiere ist die Christrose giftig. Das gilt für Pferde, Rinder und Kühe, Hunde und Katzen, Hasen, Kaninchen und andere Nagetiere wie Meerschweinchen und Hamster, aber auch für die Vögel.

Die Symptome der Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall, Koliken, nervöse Erregung und Lähmungen.

Die Christrose galt wegen ihrer frühen Blüte zur „Heiligen Zeit" (Christfest) als heilig. Man schrieb ihr auch besondere Kräfte zu.

Sie sollte die Fähigkeit haben, böse Geister auszutreiben und die Menschen von der Pest heilen.

Die Pflanze ist geschützt.


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Quelle:
Fotos: © 2006 Medienwerkstatt Mühlacker
www.grundschulmaterial.de

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