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Kleine Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)

Große Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

Abb Die Hufeisennasen bilden eine eigene Familie innerhalb der Fledermäuse, die sich durch einen hufeisenförmigen Nasenaufsatz von anderen Arten unterscheidet.

Charakteristische ist weiter, dass sie sich besonders im Winterschlaf völlig mit ihren Flügeln umhüllen.

Während die Tiere in Südeuropa Höhlen bewohnen, siedeln sie in Mitteleuropa im Sommer auf Dachböden.

Da sie sehr empfindlich reagieren, d.h. beim Betreten der Quartiere in der Regel gleich auffliegen, sind sie auf ein größeres Angebot verschiedener, unbelasteter, pestizidfreier Quartiere angewiesen, die zur Fortpflanzungszeit von April bis August weitestgehend störungsfrei sein sollen.

Ihre Ein- und Ausflugöffnungen dürfen nicht verschlossen werden, die Hangplätze sollten unverändert bleiben und das Mikroklima den Quartieren nicht durch bauliche Maßnahmen beeinflusst werden.

Im Winter beziehen Hufeisennasen ihre Quartiere in luftfeuchten Höhlen und Stollen.

Kleine Hufeisennasen jagen überwiegend in Laub- und Mischwäldern und allgemein an Gehölzrändern, Große Hufeisennasen in gehölzreichen Landschaften mit lichten Wäldern, an Waldrändern oder Bachläufen mit Hecken, Säumen und Magerwiesen.

Auf ihrem Flug vom Tagesquartier zu ihrem Jagdgebiet orientieren sich die Tiere an Gehölzstrukturen, sie vermeiden das Überfliegen offener Flächen.

Beide Arten der Hufeisennasen sind Wärme liebend und überwiegend südeuropäisch verbreitet. Ihre nördliche Arealgrenze verlief bzw. verläuft durch Mitteldeutschland.

Zumindest in der Frankenalb war die Große Hufeisennase früher verbreitet, ist aber vielerorts ausgestorben.

Rückzugsgebiete sind das südliche Alpenvorland und die Alpen in Oberbayern, wo heute nur noch einzelne Wochenstuben bekannt sind.

Die einzige bayerische Fortpflanzungskolonie umfasst wahrscheinlich weniger als 50 Tiere.

Die Kolonie ist in den letzten Jahren konstant geblieben; jährlich werden um 10 Jungtiere geboren; im Winter werden in verschiedenen Höhlen um die 20 Tiere gezählt. In den Winterquartieren der Nördlichen Frankenalb werden nur noch Einzeltiere gefunden.

Die Kleine Hufeisennase war in weiten Teilen Bayerns in den 1950er Jahren eine der häufigsten Fledermausarten und in fast allen Dörfern mit Kolonien vertreten.

Ab etwa 1960 erfolgte ein drastischer Rückgang, der fast zum Erlöschen der Art in Bayern geführt hat.

Nur ein nachhaltiger Schutz der Arten und ihrer Quartiere kann die Hufeisennasen noch vor dem Aussterben bewahren.

Im weiteren Sinne gehört dazu ebenso die Erhaltung einer strukturreichen Kulturlandschaft mit vielfältigen durchgängigen Gehölzstrukturen und insektenreichen und unbelasteten Jagdrevieren.

 

 

Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung des
Bayerisches Landesamtes für Umwelt
Bgm-Ulrich - Straße 160
86179 Augsburg
http://www.bayern.de/lfu/natur/natura2000/index.html
Bildautor: Andreas Zahn

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