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Meerschweine - 3. Vererbung der Merkmale

Die Eltern: Glatthaar und US Teddy

Jede Zelle eines Lebewesens enthält Erbanlagen - die Gene. Sie bestimmen sein Aussehen und zum Teil auch sein Wesen.
Die Farben der Meerschweine werden durch
5 Gene bestimmt. Ein Goldagouti* hat die Gene: AA BB CC EE PP.** Ein weiteres Gen legt fest, ob das Tier weiße Flecken im Fell hat.
Da die Jungtiere jedes Gen von der Mutter und vom Vater erhalten, kommen alle doppelt vor.

Was passiert, wenn ein Glatthaar und ein US Teddy Junge bekommen? Die Vererbung der Farbe ist kompliziert. Um es einfacher zu machen, nehmen wir zwei gleichfarbige Tiere und sehen uns nur das Genpaar für die Vererbung der Fellstruktur an.

* Es soll reinerbig sein, das heißt, es hat keine weiteren verborgenen Eigenschaften.
** Es ist zu schwierig, diese Gene hier genauer zu erklären.

 

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Die Jungtiere - 1. Generation

Wir nehmen an, die Mutter ist glatthaarig und der Vater ein US Teddy. Und die Jungtiere? - Wie enttäuschend! Die sind alle glatthaarig.

Nach den Gesetzen der Vererbung ergeben sich die folgenden Felleigenschaften:

1. Mutter-Gen + 1. Vater-Gen = Fz fz = Glatthaar
1. Mutter-Gen + 2. Vater-Gen = Fz fz = Glatthaar
2. Mutter-Gen + 1. Vater-Gen = Fz fz = Glatthaar
2. Mutter-Gen + 2. Vater-Gen = Fz fz = Glatthaar

Weil immer ein großes Fz dabei ist, ist keins der Jungtiere kraushaarig.
Fz ist das stärkere Gen. Es setzt sich immer durch. Man nennt es dominant.

Aber alle Jungtiere tragen die unsichtbare Eigenschaft in sich, US Teddys zu zeugen. Darum nennt man sie Teddyträger.

 

Die Jungtiere - 2. Generation

Wenn man Tiere aus der 1. Generation miteinander verpaart, soll man sie immer aus verschiedenen Würfen nehmen*.
Bei den Jungtieren der 2. Generation gibt es wieder US Teddys als Nachkommen.

Nach den Gesetzen der Vererbung ergeben sich die folgenden Felleigenschaften:

1. Mutter-Gen + 1. Vater-Gen = Fz Fz = Glatthaar
1. Mutter-Gen + 2. Vater-Gen = Fz fz = Glatthaar
2. Mutter-Gen + 1. Vater-Gen = Fz fz = Glatthaar**
2. Mutter-Gen + 2. Vater-Gen = fz fz = US Teddy

Das US Teddy Junge hat von beiden Eltern das kleine fz erhalten.
fz ist das schwächere Gen. Es zeigt sich nur, wenn es doppelt vorkommt. Man nennt es rezessiv.

Es gibt wieder Teddyträger, aber man kann sie vom reinerbigen Glatthaar äußerlich nicht unterscheiden. Man würde es erst dann merken, wenn unter ihren Nachkommen wieder US Teddys sind.

* Die Verpaarung von nahen Verwandten (Bruder-Schwester, Vater-Tochter, Mutter-Sohn) nennt man Inzucht.
Züchter machen das, um seltene und neue Farben zu züchten.
Häufige Inzucht führt zu Erbkrankheiten. Die Jungtiere können zu klein oder behindert werden.
** Man schreibt das große Fz immer zuerst.

 

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Nicht alle kraushaarigen Tiere sind genetisch gleich.

Tom und Rita sind beide US Teddys.
Ihre Nachkommen werden alle kraushaarige US Teddys sein. Und sie werden alle dreifarbig, denn beide Eltern sind schwarz-rot-weiß.

Wie ist das aber mit Tom und Pauline?
Sie ist ein Rex-Meerschwein und äußerlich von einem Teddy kaum zu unterscheiden.
Da sie aber kein US Teddy ist (also fz fz), werden diese Nachkommen alle glatthaarig sein. Und sie werden alle schwarz-weiß, denn Pauline vererbt als dominantes Merkmal "kein Rot".

Es gibt auch CH Teddys (aus der Schweiz).
Sie können mit US Teddys trotz des ähnlichen Namens nur glatthaarige Nachkommen zeugen.
Das heißt, beide Teddy-Rassen sind genetisch nicht miteinander verwandt.

Und wie ist es, wenn man ein kurzhaariges Meerschwein mit einem langhaarigen verpaart? Das ergibt Nachkommen mit halblangem Haar oder einzelnen langen Haarsträhnen.
Das Gen für die Haarlänge vererbt eine Mischform. Es ist intermediär.

Die Gesetze der Vererbung wurden 1865 von Gregor Mendel entdeckt und erforscht. Deshalb heißen sie Mendelsche Gesetze.

 

Quelle:
Fotos und Abbildungen: Angelika Heuer

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