Kategorie:  Alle    Technik und Umwelt     Müll     Eine Abfallgeschichte am Beispiel der Stadt Dortmund   

Dortmund im Mittelalter

Im Jahre 1610 standen in Dortmund etwa 630 Häuser, in denen die Menschen sehr eng beieinander lebten.

Zu dieser Zeit gab es hier - wie in allen mittelalterlichen Städten Deutschlands - weder eine Abfallbeseitigung noch eine Straßenreinigung. Auch eine zentrale Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung kannten die Menschen noch nicht.

Unrat in den mittelalterlichen Städten in Deutschland 

Abb Alle Abfälle wurden auf den Misthaufen geworfen, der sich zwischen oder vor den Häusern befand.

Das Abwasser aus dem Haus goss man in die offenen Rinnsteine auf der Straße.

Die Toilettenhäuschen lagen oft an der Rückseite der Häuser und die Fäkalien (Ausscheidungen) wurden teilweise mit Fallrohren auf die Straße geleitet.

Bei anderen Häusern gab es auch große Gruben, die sogenannten „Abortgruben“, in welche die Fäkalien geschaufelt wurden.

Verendete Tiere wurden einfach auf Misthaufen, Wiesen und Äckern abgelegt oder sogar in Seen, Teiche und Flüsse geworfen.

Kannst du dir vorstellen, wie es gestunken haben muss, wenn Misthaufen die Straßen der mittelalterlichen Städte versperrten, und Fäkalien, Kadaver, Schlachtabfälle und Tierkot die Wege verschmutzten und die Luft verpesteten?

 

Abb

Häufig entstand auch Streit unter den Bewohnern der Städte, weil sie sich vom Dreck und Gestank der Nachbarn belästigt fühlten.

In Dortmund gab es zwar schon ein Statut (Gesetz) aus dem
14. Jahrhundert, in dem stand, dass die „hemelycheyt“ (Heimlichkeit ist ein altes Wort für die Toilette) mindestens 9 Fuß vom Haus entfernt liegen muss.

Aber nicht alle Menschen hielten sich an dieses Statut, und der Gestank zog in die Häuser und durch die Straßen.

Nur gut, dass die Menschen im Mittelalter noch nicht so viel Müll erzeugten wie wir heute. Ihre Haushaltsabfälle bestanden aus organischen Stoffen, die sie auf den Misthaufen warfen, so wie wir heute in die Komposttonne.

Andere Abfälle konnten sie im Hausfeuer verbrennen, und die Asche anschließend in den Garten streuen.

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Aber die Bewohner der Städte lebten mit ihrer Art der Abfallbeseitigung auch sehr gefährlich.

Durch die Fäkaliengruben und Misthaufen wurde oft das Sickerwasser vergiftet. In den Brunnen war dann dieses verseuchte Wasser, das die Menschen auch als Trinkwasser benutzten.

Krankheiten und Seuchen verbreiteten sich sehr schnell, und viele Menschen starben zum Beispiel an der Pest.

 

Quelle:
Die Wissensseiten zum Thema „Eine Abfallgeschichte am Beispiel der Stadt Dortmund“ entstanden mit freundlicher Unterstützung von:
EDG - Entsorgung Dortmund GmbH
Stadtarchiv Dortmund
Die Texte der Wissensseiten entstanden mit Hilfe des Buches:
„Es herrscht Reinlichkeit und Ordnung hier auf den Straßen" - Aus 400 Jahren Geschichte der Stadtreinigung und Abfallentsorgung in Dortmund - 111 Jahre kommunale Abfallwirtschaft / 10 Jahre EDG; Herausgeber: Entsorgung Dortmund GmbH;
www.entsorgung-dortmund.de

Grafik 1: Medienwerkstatt / F. Lenter
Grafik 2 und 3: Sabine Kussmaul / CD-Rom Grundschulbilder 1 / Medienwerkstatt Mühlacker

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