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Wilde Karde (Kardendistel)

Abb Die Wilde Karde (lat.: Dipsacus silvestris = Dipsacus fullonum) - auch Kardendistel genannt – gehört, wie der Name schon sagt, zu den Kardengewächsen.

Sie wächst auf Schuttplätzen, an Wegrändern, Böschungen, Waldrändern und in Gebüschen.

Besonders auf etwas steinigen, stickstoffhaltigen und kalkhaltigen Böden gedeiht sie besonders gut. Hier kann sie eine Größe von 90 – 200 cm erreichen.

Die Wilde Karde ist eine recht wirkungsvolle zweijährige distelähnliche Pflanze.

Im ersten Jahr bildet sie eine Rosette von bis zu 30 cm langen und spitzen Grundblättern aus, welche mit Beginn der Blüte vertrocknen.

Im 2. Jahr erscheint dann der bis zu 2 m hohe verzweigte und kantig gerillte Stängel, der 1 - 5 mm lange Stachel aufweist.

Die Stängelblätter sind kürzer und ungeteilt.

Sie stehen sich kreuzständig gegenüber und sind am Grunde paarweise zu einer trichterförmigen Gestalt verwachsen, welche die Pflanze als Regenwasser-Vorrat nutzt.



Abb


Von Juli bis August wachsen aus den oberen Blattachseln an langen stacheligen Stielen 3 -10 cm lange und 2,5 - 4,5 cm breite Blütenähren.

Die kleinen lilafarbigen Blüten haben vier etwa gleich lange Blütenblätter.

Jede dieser Blüten befindet sich auf einem kleinen nach oben gebogenen Hoch- oder Spreublatt, das in einem Stachel endet.

Zuerst öffnen sich die Blüten in der Köpfchenmitte und bilden so einen Kranz um die Ähre.

Danach verschiebt sich der Bereich der geöffneten Blüten gleichmäßig nach oben und nach unten, so dass dann zwei Ringe offener Blüten entstehen.

Die Bestäubung der Wilden Karde erfolgt durch Hummeln, Bienen, Falter und Fliegen.

Nach der Blütezeit stirbt die Pflanze ab.

Der abgestorbene Stängel mit den leeren Blütenständen bleibt den ganzen Winter über bis zum nächsten Frühjahr trocken stehen.



 

Abb Früher wurden die Wilden Karden auch in der Volksheilkunde bei Einrissen der Haut oder Schleimhaut eingesetzt.

Als Heilpflanze wird sie heute aber nur noch selten verwendet.

Der Name „Weberkarde“, wie die Pflanze teilweise auch genannt wird, stammt daher, dass sie auch als Hilfsmittel in der Weberei eingesetzt wurde.

Mit ihren trockenen Fruchtständen hat man früher in der Textilindustrie die Wollstoffe gekämmt und dabei die Haare aufgekratzt.

Heute wird die Wilde Karde gerne auch in naturnahen Gartenanlagen gepflanzt oder ausgesät, wo sie neben der Wirkung auf den Menschen auch als Futterpflanze für Insekten und später für Vögel dient.


Da im Herbst und Winter die Samenstände gerne von Distelfinken gefressen werden, sollte die Pflanzen erst im Frühling entfernen.


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Quelle:
Fotos: Medienwerkstatt Mühlacker 2005
www.grundschulmaterial.de

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