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Die Pest im Mittelalter

Richmodis hilft den Pestkranken von Köln 

Klaus Adam erzählt zusammen mit Kindern die alte Geschichte von den zwei Pferden, die aus dem obersten Giebelfenster eines Kölner Hauses schauen. Das Hörspiel schildert dabei die Geschichte der reichen Frau Richmodis, die in Köln bei der Hilfe für Pesterkrankte ihr Leben riskiert hat. Sie ist zu einem vorbildlichen Beispiel für wahre Nächstenliebe geworden.

Der Schwarze Tod 

Abb Der schwarze Tod kam im Mittelalter immer wieder in Wellen. Große Teile Europas waren betroffen und die Krankheit kostete Millionen Menschen das Leben. Die große Pestzeit erfasste Europa von 1347 bis 1352 und kostete rund ein Drittel der gesamten europäischen Bevölkerung das Leben, das waren etwa 18 bis 25 Millionen Menschen.

Die Pest ist eine bakterielle Infektionskrankheit von Nagetieren, die meist durch Flohstiche z.B. von der Ratte auf den Menschen übertragen wird. Bei der Lungenpest erfolgt die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

Bei der (Beulen-)Pest kommt es zwei bis sieben Tage nach dem Flohbiss zu hohem Fieber mit Schüttelfrost. Dazu kommen Kopf- und Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfälle, Hautblutungen und Absterben von Hautgewebe. Unbehandelt kommt es in der Hälfte der Fälle innerhalb von 2 bis 10 Tagen zu allgemeiner Sepsis und Tod. Wegen der dunkel schwarzblauen Hautverfärbung sprach man früher auch vom "Schwarzen Tod".

Die Kranken wurden isoliert
Bereits im Jahr 1423 wurde in Venedig das erste Pestkrankenhaus eingerichtet, um die Betroffenen bis zu ihrer Gesundung, meist jedoch bis zu ihrem Tod, von der übrigen Gesellschaft auszugrenzen. Die Auswirkungen der Seuche machten sich in allen Lebensbereichen bemerkbar, besonders groß waren die Hungersnöte, da Nahrungsmittel durch die Verseuchung knapp waren.

Als in der Mitte des Jahrhunderts auch Deutschland regelmäßig von Pestwellen heimgesucht wurde, ging die Isolierung weiter, indem man durch Seuchengesetze verbot, mit Pestkranken Kontakt aufzunehmen und ihnen Nahrungsmittel anzubieten. Wer es dennoch machte, wurde meist aus der Stadt hinausgejagt.

Der Zerfall von menschlichen Bindungen
Als immer mehr bekannt wurde, wie tödlich und leicht übertragbar die Krankheit tatsächlich war, gaben Menschen selbst ihren Angehörigen die dringend benötigte Hilfe nicht mehr. Aus panischer Angst vor Ansteckung wurden viele Traditionen nicht mehr gepflegt. Menschenansammlungen durften nicht mehr entstehen und so wurden sogar Gottesdienste untersagt. Beerdigungen im herkömmlichen Sinne waren ebenfalls verboten.

  Kranke wurden beraubt, Leichen säumten die Straßen, das gesamte öffentliche Leben brach zusammen. Zu den gefährlichen Aufräumarbeiten wurden nicht besonders geachtete Menschengruppen eingesetzt, wie Zigeuner, Behinderte, Juden und Fremde. Diese mussten die Toten von den Straßen einsammeln. Die an der Pest Verstorbenen wurden in Massengräbern beigesetzt.

 

Die Menschen glaubten an die Strafe Gottes 

Da es zunächst keine medizinischen Erklärungen für den “Schwarzen Tod” gab, glaubte man, dass Gott die Menschen für ihre Sünden bestraft. Katastrophen wurden als Vorboten weiterer Katastrophen gedeutet. Die Pest galt lange Zeit als erstes Zeichen für das nahe Ende der Welt.

Alle, die glaubten, sie gehörten zu den sogenannten guten Menschen, machten andere für das Unglück verantwortlich. Als Sündenböcke mussten die Randgruppen herhalten, die von der Kirche verfolgt wurden.

Es gab aber auch noch besonnene Ärzte, die erkannt haben, dass durch Quarantäne (Trennung von den Gesunden) und durch eine verbesserte Hygiene das Ausbreiten der Krankheit gestoppt werden kann. So wurden Hygienevorschriften erlassen und Gesetze zur Lebensmittelüberwachung eingeführt. Schließlich konnte auf diese Weise die Pest erfolgreich bekämpft werden.
Heute kommt die Krankheit in Europa nicht mehr vor. In anderen, vor allem ärmeren Ländern der Welt kommt die Pest gelegentlich noch vor. Mit (Antibiotika) Medikamenten können Ärzte dann helfen.

Das kannst du jetzt bestimmt beantworten 

1. Warum schützten verschlossene Stadttore nicht gegen die Pest?

2. Welche Personen mussten die Pesttoten beseitigen?

3. Warum schauen heute noch zwei Pferde aus dem Giebelfenster?

4. Auf welche Weise hat der Ehering das Leben von Richmodis gerettet?

 

Quelle: Das Hörspiel "Richmodis" ist ein -kidspods- von Klaus Adam. Es wurde freundlicherweise für die Wissenskarten zur Verfügung gestellt. Auf der Webseite http://www.kidspods.de/ findet ihr noch viele weitere Hörspiele, die Klaus Adam zusammen mit Kindern herstellt. Abbildung: Fotomontage mit alten Motiven

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