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Der Sack und die Mäuse (Wilhelm Busch)

Der Sack und die Mäuse

Ein dicker Sack voll Weizen stand
auf einem Speicher an der Wand. -
Da kam das schlaue Volk der Mäuse
und pfiff ihn an in dieser Weise:

„Oh, du da in der Ecke,
großmächtigster der Säcke!
Du bist ja der Gescheitste,
der Dickste und der Breitste!

Respekt und Referenz
vor eurer Exzellenz!"
Mit innigem Behagen hört
der Sack, dass man ihn so verehrt.

 

 

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Ein Mäuslein hat ihm unterdessen
ganz unbemerkt ein Loch gefressen.
Es rinnt das Korn in leisem Lauf.
Die Mäuse knuspern's emsig auf.

Schon wird er faltig, krumm und matt.
Die Mäuse werden fett und glatt.
Zuletzt, man kennt ihn kaum noch mehr,
ist er kaputt und hohl und leer.

Erst ziehn sie ihn von seinem Thron;
ein jedes Mäuslein spricht ihm Hohn;
und jedes, wie es geht, so spricht's:
„Empfehle mich, Herr Habenichts!"

Wilhelm Busch
(1832-1908)

 

 

 

Quelle:
Fotos: Copyright © 2007 Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsgesellschaft mbH und deren Lizenzgeber. Alle Rechte vorbehalten.

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