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Das Naturschauspiel Breitachklamm

Abb Ganz im Süden von Bayern an der Grenze zu Österreich in der Nähe der Stadt Oberstorf befindet sich die Breitachklamm, die zu den bedeutendsten Naturschauspielen des Allgäus gehört.

Eine Klamm ist eine vom Wasser eines Gebirgsbaches ausgewaschene schmale und tiefe Felsenschlucht.
Bevor der Fluss Breitach, ein Quellfluss der Iller, ruhig in Richtung Donau weiterfließen kann, muss sich sein Wasser durch eine enge Klamm zwängen.

Dieses beeindruckende Naturereignis besuchen jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen. Ein Besuch der Breitachklamm lohnt zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung, denn außer zur Zeit der Schneeschmelze ist der Weg durch die Klamm das ganze Jahr begehbar.
Vor allem bei Schlechtwetter ist die Breitachklamm ein ideales Ausflugsziel für Familien oder Schulklassen:
Je mehr Wasser die Breitach führt, desto überwältigender wirkt die Klamm.

 

Die Urkraft des Wassers 

Abb Eng rücken die Felsen in der Breitachklamm zusammen, stellenweise wirken die überhängenden Felswände düster und unheimlich.
Auswaschungen und Schleifspuren des Wassers in den Klammfelsen, weit oberhalb des heutigen Baches, beweisen, dass die Breitach sich langsam immer tiefer in die Felsen hineingefressen hat.
Auch heute noch wirkt die Urgewalt des Wassers - nach jedem Hochwasser erhält die Breitachklamm ein neues Aussehen.

 

 

Die Geschichte der Klamm 

Abb Vor 25000 Jahren
wurde es im Allgäu sehr kalt. In den Oberstdorfer Bergen begann der Illergletscher zu wachsen, wurde bis zu 700m dick, und er schob seine Eiszunge bis zur heutigen Stadt Kempten.

Vor 15000 Jahren
wurde es langsam wieder wärmer und die Alpengletscher schmolzen. Das Gebiet rund um Oberstdorf war wieder eisfrei. Im Breitachtal (heute Walsertal) hinterließ der Gletscher ein Hochtal. Durch dieses Hochtal transportierte der Gletscherbach das Schmelzwasser aus dem Gebirge heraus.

Am Talende grub sich der Bach immer tiefer in den Talboden ein. Wasserwirbel tosten um die Felsen, Strudellöcher und Steinmühlen bildeten sich und sorgten für eine rasche Eingrabung.

10000 Jahre lang
und auch heute noch fräst sich die Breitach immer weiter in das Kalkgestein. So entstand eine fast 100 Meter tiefe und 2,5 km lange Klamm, die an der engsten Stelle nur 2 Meter breit ist. Daher kommt auch die Bezeichnung „Zwing“, für das „eingezwängte Wasser.

 

Die Klamm wird begehbar 

Abb Den Menschen im Allgäu war die unzugängliche Klamm viele Jahrhunderte lang sehr unheimlich. Sie vermuteten dort Gefahr bringende, böse Zwinggeister und Hexen.
So war es kein Wunder, dass sich erst im Jahre 1875 ein mutiger junger Bursche an Seilen gesichert in die dunkle Schlucht abseilen ließ. Gegen eine Entschädigung von 25 Gulden sollte er einen vom Oberförster geschossenen Hirsch, der in den Zwing gestürzt war, aus der Schlucht holen.
Es gelang ihm, das Tier über alle Hindernisse nach oben zu bringen.

30 Jahre nach diesem ersten verwegenen Besuch der Schlucht durch einen Menschen begann dann eine geplante Erschließung der gesamten Schlucht. Pfarrer Johannes Schiebel konnte die Einwohner der Gemeinde Tiefenbach von der Vorteilen einer begehbaren Klamm überzeugen.
Nach 230 Arbeitstagen durch 20 Arbeiter war der Klammweg im Jahre 1905 fertiggestellt.
Verbraucht wurden über 1000kg Schwarzpulver, 50 kg Dynamit und 4km Zündschnur für Sprengarbeiten. Zum Bau und zur Befestigung der Wege wurden 23 Tonnen Eisen und 11 Tonnen Zement verbaut.

Im Laufe der Geschichte kam es immer wieder zu Hochwasserkatastrophen und enormer Zerstörung der Wege. Doch der Verein zur Erhaltung der Breitachklamm konnte die Schäden immer wieder beheben und den Zugang zu diesem einzigartigen Naturschauspiel erhalten.

Für Besucher und vor allem für Kinder aus Schulklassen gilt:
Festes Schuhwerk und Regenschutz tragen!
Nicht über die Geländer oder in die Felsen klettern.

 

Quelle: Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Fredy Barth, www.allgaeu-bikers.de, Frank Nowak - Karte: Medienwerkstatt

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