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Geschichte der Siedlungen

Abb In welcher Beziehung die Menschen in der vorgeschichtlichen Zeit zu den unterirdischen Höhlen standen, weiß man heute nicht.

Prähistorische Siedlungsspuren sind bisher nicht gefunden worden. Mit ziemlicher Sicherheit werden sie jedoch einige Höhlen bewohnt haben.

Siedlungsspuren aus der mittleren und späten Bronzezeit, Felsenreliefs und Inschriften sind häufig anzutreffen.

Tunnel, die den meisterhaft gebauten Verteidigungstunneln der Hethiter gleichen, wurden freigelegt. Für diese Tunnel ist charakteristisch, dass sie im Bogen zum Ausgangspunkt zurückführten, die Verteidiger also den Angreifern in den Rücken fallen konnten.

Es liegt also durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen, dass die Hethiter sich auch an der Gestaltung der unterirdischen Städte beteiligt haben.

Hier liegt der Gedanke nahe, dass eine derartige Mitbeteiligung nur aus strategischen Gründen stattgefunden haben dürfte, da irgendwelche hethitischen Siedlungsspuren in den unterirdischen Städten bis jetzt noch nicht gefunden wurden.


Abb Das will jedoch auch nichts besagen, da es sich im Laufe der ganzen Geschichte immer wieder erwiesen hat, dass eine nachfolgende Kultur sämtliche Spuren der vorhergehenden Kultur brutal ausgelöscht oder auch schlicht in ihrer eigenen Kultur mit verarbeitet hat.

Hethitische Hinterlassenschaften über der Erde findet man in ganz Kappadokien.

Ein zwingender Grund, weshalb die Hethiter keine Höhlen hätten einhauen sollen, wäre allenfalls der, dass bereits genügend vorhanden gewesen sind.

Bei Topada (Ağıllı) und Sivasa liegen unterirdische Siedlungen direkt neben den überirdischen hethitischen Felsenreliefs und -Inschriften.

Im Raum Nevşehir liegen römische Felsengräber direkt neben den unterirdischen Städten und zwar über einen weiten Raum verteilt.

Die in die Nischen eingehauenen steinernen Kline (Ruhebetten) in den Grabkammern gleichen genau jenen, die in den unterirdischen Städten zu sehen sind.

Das bedeutet, dass das Volk zur Zeit der Römer am Ausbau der unterirdischen Siedlungen weitergearbeitet hat, was sich jedoch bis heute durch irgendwelche Funde nicht endgültig belegen ließ.


 

Abb Alle bisherigen Funde stammen aus dem 5. bis 10. Jahrhundert unter byzantinischer Herrschaft. Die Anzahl der unterirdischen Siedlungen, die religiösen Zwecken dienten und vor Verfolgern schützten, ist in diesem Zeitraum gestiegen.

Gegen die im 7. Jahrhundert beginnenden Überfälle der Araber und Sassaniden hat sich die christliche Gemeinde in den unterirdischen Städten mit den großen Steinscheiben zum Verschließen der Tunnel geschützt.

Die Angreifer, wohl wissend, dass ihnen seitens der Bewohner der unterirdischen Städte erbitterter Widerstand droht, bemühten sich im Gegenzug, so viel Wasser wie möglich zu vergiften, um die Bewohner zu zwingen, an die Erdoberfläche zu kommen.

Man nimmt an, dass auch die Seldschuken von den unterirdischen Siedlungen sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke profitiert haben.

Seldschukische Karawansereien in Kappadokien sind etwa 5 bis 10 km von unterirdischen Siedlungen entfernt zu finden.


Abb Die älteste schriftliche Quelle zu den unterirdischen Siedlungen findet sich in Anabasis von Xenophon.

Er schrieb, die Menschen in Anatolien und im Kaukasus hätten ihre Wohnungen unter der Erde ausgehöhlt, die durch Vorräume miteinander verbunden gewesen sein.

Xenophon hat im 4. Jahrhundert v.d.Z. gelebt. Damit steht also fest, dass zu jener Zeit Menschen in Kappadokien in unterirdischen Siedlungen gewohnt haben.

Die erste seriöse Untersuchung stammt von dem Deutschen Martin Urban, der in den Jahren 1960 -1970 in Kappadokien geforscht hat und die früheste Besiedlung der unterirdischen Städte auf das achte oder siebte Jahrhundert v.d.Z. datiert.

Diese Datierung schließt eine Besiedlung in vorgeschichtlicher Zeit trotzdem nicht aus. Der Mensch aus dem Neolithikum und gegen Ende des Paläolithikums konnte hervorragend mit dem Stein umgehen.

Eine Bearbeitung des nachgiebigen Tuffgesteins wäre für ihn überhaupt kein Problem gewesen. Außerdem, wie schon erwähnt, hat jede neue Kultur, die sich niederließ, möglichst alle Spuren der vorherigen ausgelöscht.

Es muss jedoch noch einmal betont werden, dass die intensivste Nutzung und Ausbreitung der unterirdischen Städte zur Zeit der byzantinischen Herrschaft stattgefunden.

 

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