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Sonett 20

Dir schuf Natur ein Frauenangesicht
Mit eigner Hand, Herr-Herrin meiner Seele,
Ein holdes Frauenherz, doch gab sie nicht
Den flücht'gen Sinn dir, der des Weibes Fehle.

Dein Auge strahlt wie ihr's, doch treu und echter,
Vergoldend jedes Ding, das sich ihm zeigt;
Ein Mann bist du, die Krone der Geschlechter,
Dem Mannesblick und Frauenherz sich neigt.

Zu einem Weib warst du zuerst bestimmt,
Bis schaffende Natur, in dich verliebt,
Dir das verlieh, was all mein Glück mir nimmt,
Die Gabe, die mir keinen Vorteil gibt.

Da sie dich formte für der Frauen Minne,
Weih mir dein Herz und ihnen deine Sinne.

 

 

Quelle:
http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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