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Sonett 97

Wie glich dem Winter doch die Trennungszeit,
Die, Lust des Jahrs, ich fern von dir verbracht,
Wie trug ich schwer der Tage Dunkelheit,
Den bittern Frost der öden Winternacht!

Und doch war's Sommer, als ich fern dir war,
Und trächt'ger Herbst, der, froher Gaben reich,
Des üpp'gen Lenzes Liebesfrucht gebar,
Der Witwe nach des Gatten Tode gleich.

Jedoch erschien der reiche Segen mir
Wie vaterloser Waisen Hoffnung nur,
Denn Sommer ist und Sommerlust bei dir,
Und bist du fern, schweigt alles auf der Flur,

Und singt ein Vogel, ist so bang sein Ton,
Daß bleich der Wald wird, als wär' Winter schon.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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