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Sonett 113

Mein Auge ist, seitdem ich von dir schied,
In meinem Geist und führt mich schlecht umher,
Da es, halb blind, nur halben Dienst versieht
Und sehend scheint, wenn es in Wahrheit leer.

Denn was an Blumen es und Vögeln schaut,
Kein Eindruck wird dem Herzen zugelenkt,
Der Seele keine Spur davon vertraut,
Noch hält es selber fest, was es empfängt.

Denn sieht es Unform oder höchste Pracht,
Ob Missgestalten oder reinste Zier,
Ob Berg und Wellen oder Tag und Nacht,
Ob Kräh' und Taube, alles formt's nach dir.

Für andres stumpf, macht, voll von dir allein,
Mein treues Herz untreu der Augen Schein.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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