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Sonett 118

Wie man, um seine Essenslust zu mehren,
Den Gaumen reizt durch scharfe Spezerein
Und, sich verborgner Leiden zu erwehren,
Aus Furcht vor Krankheit impft die Krankheit ein:

So würzte ich, der ich mich übernommen
An deiner Süße, bitter meinen Trank,
Der Schmerz war als Erholung mir willkommen
Nach zu viel Lust, von Wohlergehen krank.

So dachte Liebe schlau vorauszueilen
Der künft'gen Not und kam zu sicherm Leid;
Die Krankheit sollte den Gesunden heilen,
Der, krank am Guten, suchte Bitterkeit.

Doch lernt' ich dies, dass Arzenei wie Gift
Für den ist, den durch dich die Krankheit trifft!

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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