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Sonett 120

Dass du dich lieblos einst erwiesen hast,
Das freut mich jetzt. Denn ohne diesen Schmerz
Müßt' ich erliegen des Gewissens Last,
Es wäre Stahl und Eisen denn mein Herz.

Traf mein Verrat so furchtbar deine Brust,
Wie deiner mich, so trugst du Höllenleid,
Und ich, Tyrann, ich war mir nicht bewusst,
Was ich einst litt durch deine Grausamkeit.

Oh, hätte unsre schmerzenreiche Nacht
Mich tief gemahnt, wie wahrer Kummer quält,
So hätt' ich dir und schnell du mir gebracht
Den Balsam, der das wunde Herze stählt.

Nun wird zum Freispruch deine Schuld für mich,
Die mich entsühnt, wie meine Sünde dich.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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