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Sonett 126

O du geliebter Knabe, dessen Hand
Der Zeiten Glas und Sichel hält gebannt,
Der du empor aus der Vergängnis strebst,
Wie andre schwinden, blühend dich erhebst;

Wenn die Natur, die Herrscherin der Welt,
Wie fort du stürmst, zurück dich immer hält,
So möchte sie durch dich die Zeit beschämen
Und den Minuten ihren Stachel nehmen.

Doch hüte dich, ob du ihr Liebling bist,
Sie schützt den Schatz doch nur für kurze Frist,
Nur bis die Zeit ihr Recht von ihr erzwingt
Und, wenn auch spät, sie dich zum Opfer bringt.

 

 

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/shakespr/sonett/0sonette.htm

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