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Berühmte Schüler der Klosterschule

Johannes Kepler 

Abb Johannes Kepler wurde 1571 in Weil der Stadt auf einem Bauernhof geboren. Als Kind war er oft sehr krank. In der Schule in Maulbronn wurde er von seinen Mitschülern gehänselt und verachtet, weil er ein Bauernsohn war.
Er fand keine Freunde in Maulbronn und so hatte er viel Zeit zum Lernen und war deshalb auch einer der besten Schüler, die es je in Maulbronn gegeben hat.

Johannes Kepler hatte vor allem Freude an Mathematik und viele seiner Rechenmethoden hat er sich selbst erarbeitet.
Nach seiner Ausbildung in der Klosterschule wurde er Mathematikprofessor in Österreich. Durch seine Berechnungen und seine Modelle schuf er die Grundlagen für unser heutiges Bild von der Welt.

Das Geld für seine Projekte musste sich Kepler selbst verdienen. Von den Kaisern, für die er arbeitete erhielt er leider kein Geld.
Er erfand zum Beispiel im Jahre 1611 ein Fernrohr, welches das des berühmten Galilei durch noch größere Lichtstärke und ein größeres Gesichtsfeld übertroffen hat.
Kepler erklärte die Lichtbrechung von geschliffenen Linsen als erster Lehrer richtig und für alle verstehbar. Er entwickelte auch die Grundlagen für die moderne Optik. Wegen diesem und ähnlichen Werken wird Kepler auch als "Vater der modernen Optik" bezeichnet.

Friedrich Hölderlin 

Abb Im Alter von 16 Jahren wird Friedrich Hölderlin 1786 als Seminarist ins Kloster Maulbronn aufgenommen.
Dort erlernte er die Grundlagen für sein späteres Theologiestudium in Tübingen. Friedrich hatte gar keine andere Wahl, denn als Sohn eines Klosterpflegers und einer Pastorentochter konnte er seinen Beruf nicht frei wählen. Nach dem Willen seiner Eltern sollte er unbedingt ein Pfarrer werden. Von 1788 bis 1793 studierte er Theologie in Tübingen. Dort lernt er die ebenfalls bekannte deutschen Denker Hegel und Schelling kennen. Nach dem Studium wird er ab 1796 Hauslehrer bei dem Frankfurter Bankier Gontard. Dieser hatte eine sehr hübsche Frau. Friedrich verliebte sich in die Frau des Bankiers und so kommt es natürlich zum großen Krach. Der Bankier wirft ihn hinaus. Hölderlin muss das Haus Gontard wieder verlassen.

Darüber ist er sehr traurig und schreibt viele Gedichte. Leider gelingt es ihm aber nicht, sein Leben zu meistern. Er bekommt immer wieder Wutanfalle und wird dann auch in Tübingen in ein Krankenhaus zur Behandlung von Geisteskrankheiten eingewiesen.
Nach erfolglosen Therapieversuchen wird er dort wieder entlassen und dem Tübinger Schreiner namens Zimmer zur Pflege übergeben. Dort verbringt er den Rest seines Lebens im sogenannten Hölderlinturm.

 

David Friedrich Weinland 

Abb Die meisten Grundschüler in Baden-Württemberg kennen den Geschichtenschreiber David Friedrich Weinland und von ihm vor allem seinen berühmten Jugendroman "Rulaman", der die Zeit der "Höhlenmenschen und Höhlenbären" auf der Schwäbischen Alb sehr spannend beschreibt.

Auch Weinland sollte ein Theologe werden. Die Klosterschule hatte aber auch bei ihm keinen Erfolg.

Er entscheidet sich nach seiner Zeit in Maulbronn gegen den Dienst als Pfarrer und studiert anschließend Naturwissenschaften.
Als bekannter Biologe und Doktor der Zoologie bekam er Forschungsaufträge aus aller Welt.
So kam er von Berlin über Massachusetts nach Kanada, Mexiko und Haiti.

Auch wenn er jetzt kein Pfarrer geworden ist, die Erlebnisse in Maulbronn sind für das Berufsleben von David Friedrich Weinland wahrscheinlich doch sehr wichtig und beeinflussend gewesen.
Wir wissen, dass die Klosterschüler in Maulbronn sich viel in der Natur bewegen mussten und auch ausgedehnte und regelmäßige Wanderungen in der Umgebung unternahmen.

Hermann Hesse 

Abb Hermann Hesse wurde 1877 in Calw geboren. Er hat in seinem Leben viele Zeiten erlebt, in denen er sich nicht besonders wohl gefühlt hat. Oft musste er deshalb sogar ärztlich behandelt werden.

Die erste schwere Krise seines Lebens erlebte Hermann Hesse in der Klosterschule Maulbronn, in die er 1891 im Alter von 14 Jahren eintrat.
In Maulbronn hat es ihm nicht besonders gut gefallen. Nach nur sieben Monaten, und vielen Streitereien mit der Schulleitung und Eltern von anderen Kindern, verlässt er die Schule in Maulbronn wieder.

Hermann Hesse war die ganze Zeit in seinem Leben auf der Suche nach dem richtigen Weg. Er übte sehr viel Kritik an sich selbst und war selten mit sich zufrieden. Rastlos lebte er an verschiedenen Orten und heiratete mehrmals.
Erst zuletzt, in der Schweiz, in der schönen Landschaft des Tessin, fühlte er sich wohler.
Seine ganzen Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken hat er niedergeschrieben. Früh schon hat er gesagt, er wolle "entweder Dichter oder gar nichts werden."

Und Hermann Hesse ist ein bedeutender deutscher Dichter geworden, der 1946 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Das ist das höchste Lob auf der Welt, das es für Dichter gibt.
Seine Erlebnisse im Seminar Maulbronn hat er in seinem Roman "Unterm Rad" aufgeschrieben, und sein Gedicht Stufen gibt auch heute noch vielen Menschen, die eine Lebenskrise haben wieder Kraft, neuen Mut und Lebensfreude zu bekommen. Im Jahr 1962, vor etwa 40 Jahren, ist Hermann Hesse gestorben.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und jedem Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben

Wir sollen heiter Raum um Raum durchreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan dann, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse "Stufen"
aus: Hermann Hesse, Sämtliche Gedichte.
Suhrkamp Verlag Franfurt/M.

 

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