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Die Wetterführung unter Tage

Abb Im Füllort weht ein frischer Wind – der Wetterstrom - wie der Bergmann das nennt. Durch das Füllort am Schacht, hier in 820 Meter Teufe, strömen frische Wetter in die Grube ein.

Wie frische Luft in das Bergwerk und „verbrauchte“ Luft aus dem Bergwerk kommt, zeigt die Abbildung der Wetterführung. Um die Wetterführung unter Tage zu ermöglichen, sind zwei Schächte erforderlich.

Es gibt einen einziehenden Schacht, durch den kommt die Frischluft in die Grube und einen ausziehenden Schacht, durch den die verbrauchte Luft, die Abwetter, angesaugt werden.

Abb Damit dieser Wetterstrom funktioniert, sind am ausziehenden Schacht große Ventilatoren (Lüfter)angebracht. Sie sind mit einer Leistung von 3000 Kilowatt die größten Ventilatoren, die überhaupt in der Industrie verwendet werden.

Diese Ventilatoren werden auch Grubenlüfter genannt. Sie können bis zu 26.000 Kubikmeter Luft in der Minute ansaugen.

Die Wetterführung wird mit einem Computer so berechnet und gesteuert, dass alle Betriebspunkte unter Tage ausreichend mit frischer Luft versorgt werden.

Wenn neue Strecken unter Tage vorangetrieben werden, die noch nicht mit durchziehenden Wettern belüftet werden können, werden kleinere Ventilatoren eingesetzt. Durch Kunststoffrohre (auch Wetterlutten genannt) werden die erforderlichen Wettermengen an die Arbeitsplätze der Bergleute, die hier tätig sind, geleitet.

Für jeden Bergmann, der unter Tage arbeitet, werden mindestens sechs Kubikmeter Luft pro Minute zugeführt. Das ist hundertmal mehr als ein Mensch selbst bei schwerster Arbeit benötigt.

Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum so große Wettermengen durch ein Bergwerk geleitet werden müssen.

Natürlich brauchen die Bergleute Luft zum Atmen. Auch viele der unter Tage eingesetzten Maschinen, wie z.B. die Dieselmaschinen, benötigen Luft zum Betrieb.

 

Abb Ein entscheidender Grund für den Bedarf der Wettermengen ist aber auch die Tatsache, dass es immer wärmer wird, je tiefer man in die Erde eindringt.

Etwa alle 30 Meter steigt die Gebirgstemperatur um jeweils ein Grad Celsius an. In 1000 Meter Tiefe liegt die Gebirgstemperatur bei über 40°C.

Die frischen Wetter dienen also nicht nur zur Atmung sondern auch zur Kühlung. Um den Bergleuten erträgliche Arbeitsbedingungen zu verschaffen, werden im Abbaubereich, wo laufend Kohle und Gestein mit höherer Temperatur freigelegt werden, zusätzliche Kühlanlagen eingesetzt.

Bergbehördliche Bestimmungen legen außerdem fest, dass ein Bergmann bei Temperaturen über 28°C eine verkürzte Arbeitszeit vor Ort hat.

 

Quelle: Steinkohlenbergbau in Deutschland;
Herausgeber: Gesamtverband des deutschen Steinkohlenbergbaus
Unsere Steinkohle – Woher sie kommt – Was sie bedeutet;
Herausgeber: Gesamtverband des deutschen Steinkohlenbergbaus

Die beiden oben genannten Broschüren zum Thema „Steinkohlenbergbau“ sind erhältlich beim
Gesamtverband des deutschen Steinkohlenbergbaus
Rellinghauser Str. 1
45128 Essen
www.gvst.de

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